Ernährung und Omega 3 Fettsäuren
Es ist noch nicht lange her, als man nicht genau wusste, warum durch die Ernährung im Mittelmeerraum, in Japan oder bei den Eskimos, wobei letztere wiederum ja kaum Obst und Gemüse essen konnten, Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder zu hohe Blutfettwerte nicht so häufig vorkamen wie zum Beispiel in Deutschland.
Im Ernährungslehre-Unterricht wurde vor ca. 20 Jahren zwar Fisch wegen seines niedrigen Cholesteringehalts auch als gesund für die Ernährung empfohlen, aber die Begründung, weshalb man öfter Fisch essen sollte, war eine andere als heute. Genauso war es mit den Ölen bei der Ernährung. Die Empfehlung damals lautete nur, pflanzliche Öle tierischen Fetten vorzuziehen, aber der Zusammenhang zwischen den Omega-3-Fettsäuren und den Omega-6-Fettsäuren war damals in Bezug auf die Ernährung noch nicht bekannt, und so wurde oft empfohlen, viel kalt gepresstes Sonnenblumenöl oder Distelöl in der Küche zu verwenden, weil es sich um ungesättigte Fettsäuren in diesen Ölen drehte, die generell bei der Ernährung als gesund galten. Es wusste damals niemand Genaueres über das Immunsystem, die Prostaglandinsynthese und die wichtige Rolle der Arachidonsäure in der Ernährung.
Heute ist das anders. In den Medien wird in Bezug auf Ernährung oft darüber berichtet, wie einfach es ist, mit einigen Änderungen in der Küche als Hausfrau (oder auch Hausmann) dazu beizutragen, dass die ganze Familie durch Ernährung vor den Zivilisationskrankheiten Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes Typ II oder zu hohen Blutfettwerten geschützt wird. Und das einfach nur durch die richtige Ernährung.
Die Erklärung ist folgende. Im Immunsystem gibt es zwei Bereiche von Botenstoffen, die genau genommen beide sehr wichtig sind, aber auch schädlich werden können, wenn zu wenig Botenstoffe da sind, um das Immunsystem wieder zu stoppen, wenn es bei einer überschießenden Reaktion dem Körper beginnt, mehr zu schaden als zu nutzen. Der eine Bereich der Botenstoffe baut die Immunreaktionen auf, und dabei kommt es fast immer zu einer Verengung der Blutgefäße und einer Verdickung des Blutes. Das ist oft wichtig, aber darf auch nicht zu viel werden. Der andere Bereich der Botenstoffe regelt das Immunsystem wieder herunter, und dafür braucht der Körper über die Ernährung genug Baustoffe.
Die Schnittstelle, wo diese Baustoffe sich durch körpereigene biochemische Verbindungen bilden, ist beim Stoffwechselzwischenprodukt Arachidonsäure angesiedelt, die sich reichlich beim Verzehr von Fleisch und Wurst, Butter und Käse, aber auch beim Verzehr von kalt gepressten Pflanzenölen, die viele Omega-6-Fettsäuren enthalten, daraus über den Stoffwechsel bilden kann. Und es wird weniger Arachidonsäure gebildet, wenn man in der Küche bei der Ernährung der Familie darauf achtet, Omega-3-Fettsäure-haltige Lebensmittel auf den Tisch zu bringen, wozu z. B. Fischgerichte im Allgemeinen, aber auch Omega-3-Fettsäure-haltige kalt gepresste Öle wie Rapsöl, Leinöl, Kürbiskernöl, Schwarzkümmelöl und viele mehr gehören. Bei den Ölen ist es wichtig, sie möglichst nicht zu sehr zu erhitzen, da sie nur “lebend” zu sich genommen bei der Ernährung wirklich wirksam sind. Beim Fisch ist das anders, der darf gekocht und gebraten verzehrt werden und behält dennoch seinen Nutzen für eine gesunde Ernährung.
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